💾 Back In Time
⏳ Back In Time – einfache Backups unter Linux
Back In Time ist ein Backup-Programm für Linux, das in seiner Funktionsweise Apples Time Machine ähnelt. Es basiert auf den Programmen rsync, cp und diff und bietet grafische Oberflächen für GNOME und KDE.
Die verlinkte Anleitung bezieht sich zwar auf Ubuntu, ist aber auch für Manjaro hilfreich.
Funktionsweise und Speicherbedarf
Eine unveränderte Datei benötigt im Backup nur einmal Speicherplatz – auch wenn sie Bestandteil mehrerer Snapshots ist. Eine veränderte Datei wird dagegen vollständig neu kopiert. Back In Time verwendet hierfür rsync und nicht rdiff.
Snapshots großer, häufig veränderter Dateien – beispielsweise virtuelle Festplatten von VMs – können daher sehr viel Speicherplatz beanspruchen. Solche Dateien sollten gegebenenfalls vom Backup ausgeschlossen werden.
Als Sicherungsmedien eignen sich insbesondere große externe Festplatten oder SSDs.
⚠️ Hinweis zur Verschlüsselung
Back In Time verschlüsselt das Backup nicht selbst. Als Sicherungsziel kann jedoch eine verschlüsselte Partition oder eine verschlüsselte externe Festplatte verwendet werden.
Zur Einrichtung und Verwaltung verschlüsselter Datenträger kann unter Linux beispielsweise gnome-disk-utility (früher palimpsest) verwendet werden. Mit dieser grafischen Laufwerke (Laufwerksverwaltung) lassen sich unter anderem:
- SMART-Werte der Festplatten anzeigen,
- Festplatten auf mögliche Fehler überprüfen,
- Partitionen formatieren,
- Dateisysteme wie
FAT,NTFS,Btrfs,exFAToderext4erstellen, - Linux-Datenträger mit LUKS verschlüsseln und
- der Linux-Datenträger ist für den aktuellen Benutzer zugänglich.
Weitere Informationen findest du in der Anleitung zur Laufwerksverwaltung.
🖥️ Anwendung
Das Programm ist z.B. im KDE Anwendungsmenü unter folgendem Eintrag zu finden:
Dienstprogramme → Back In Time
Sollen Dateien gesichert werden, auf die der normale Benutzer keine Leserechte besitzt – beispielsweise Dateien außerhalb des eigenen Home-Verzeichnisses –, kann Back In Time (root) verwendet werden.
⚠️ Vorsicht bei der Root-Variante
Durch die erweiterten Rechte können unter Umständen wichtige Systemdateien verändert oder beschädigt werden. Die Root-Variante sollte daher nur verwendet werden, wenn sie wirklich erforderlich ist.
⚙️ Profile verwalten
(Das Hauptprofil ist der Standard)
Beim ersten Start erscheint der Konfigurationsdialog. Dort müssen einige grundlegende Einstellungen für ein Profil vorgenommen werden.
1. Allgemein
Unter Allgemein werden unter anderem folgende Einstellungen vorgenommen:
- Festlegen des Speicherorts für die Sicherungen (z.B. eine angeschlossene externe Festplatte oder ein NAS)
- Weitere Optionen wie Host, User und Profil (in der Regel bereits ausgefüllt)
- Optional: Ein Zeitplan für automatische Sicherungen
2. Einbeziehen
Unter Einbeziehen werden die Dateien oder Verzeichnisse ausgewählt, die gesichert werden sollen, z.B. dein Home-Verzeichnis /home/DeinName.
3. Ausschließen
Im Reiter Ausschließen können Dateien und Verzeichnisse anhand bestimmter Dateinamen oder Muster vom Backup ausgeschlossen werden. Einige Standardeinträge sind bereits vorhanden und sollten unverändert beibehalten werden – außer du weißt genau, was du tust.
⚠️ Versteckte Dateien sichern
Unter Linux beginnen versteckte Dateien und Verzeichnisse mit einem Punkt (
.). Dazu gehören häufig Konfigurationsdateien, aber beispielsweise auch die vollständigen Mailboxen von Thunderbird oder Evolution.Damit diese Dateien und Verzeichnisse im eigenen Home-Verzeichnis mitgesichert werden, dürfen sie nicht ausgeschlossen werden. Wer dies nicht möchte, kann sie mit dem Eintrag
.*vom Backup ausschließen. In diesem Fall werden keine versteckten Dateien und damit auch keine Konfigurationsdateien gesichert.
4. Löschen & Aufbewahren
Unter Löschen & Aufbewahren (Aufbewahrungs-Richtlinien) lassen sich Regeln festlegen, nach denen alte Snapshots automatisch gelöscht werden. Dadurch lässt sich der Speicherplatz auf dem Sicherungsmedium effizienter verwalten.
Die Angaben in Klammern entsprechen meinen aktuellen Einstellungen:
- Die aktuellste Sicherung behalten (aktiviert)
- Benannte Sicherungen behalten (aktiviert)
- Sicherungen löschen, die älter sind als (deaktiviert)
- Sicherungen der letzten (2 Tage) behalten
- Die älteste Sicherung jedes Tages der letzten (7 Tage) behalten
- Die älteste Sicherung jeder Woche der letzten (4 Wochen) behalten
- Die älteste Sicherung jedes Monats der letzten (24 Monate) behalten
- Die älteste Sicherung jedes Jahres der letzten (4 Jahre) behalten
- Älteste Sicherung löschen, wenn der freie Speicherplatz weniger als (1 GiB) beträgt
- Älteste Sicherung löschen, wenn der freie Speicherplatz weniger als (2 %) beträgt
Dadurch werden alte Snapshots automatisch entfernt, sobald die festgelegten Aufbewahrungsregeln greifen oder der freie Speicherplatz knapp wird.
5. Optionen
Unter Optionen stehen folgende Einstellungen zur Verfügung. Die Angaben in Klammern entsprechen meinen aktuellen Einstellungen:
- Benachrichtigungen aktivieren (an)
- Sicherungen im Akkubetrieb deaktivieren (aus)
- Nur eine Sicherung gleichzeitig ausführen (aus)
- Beim Wiederherstellen Dateien ersetzen (aus): Wenn diese Option aktiviert ist, werden neuere Dateien vor dem Wiederherstellen umbenannt. Dabei erhalten sie die Endung
.backup.<Datum>. So bleiben die vorhandenen Dateien erhalten. - Bei Fehlern fortfahren und unvollständige Sicherungen behalten (an)
- Prüfsummen verwenden, um Änderungen zu erkennen (aus)
- Neue Sicherung erstellen, unabhängig davon, ob Änderungen vorgenommen wurden (aus)
- Warnen, wenn der freie Speicherplatz weniger als 1 beträgt (aus)
Außerdem kann unter Protokollierungsstufe festgelegt werden, wie ausführlich die Protokolleinträge sein sollen. In meinem Fall ist die Protokollierungsstufe auf Alles eingestellt.
6. Einstellungen für Experten
Unter Einstellungen für Experten besteht außerdem die Möglichkeit, für einzelne Verzeichnisse individuelle Zeitpläne festzulegen. Hier habe ich alle Einstellungen bei den Grundeinstellungen belassen.
Folgende Optionen sind aktiviert:
rsyncmitniceals Cron-Job ausführenrsyncmitioniceals Cron-Job ausführenstdoutin Cron-Jobs nach/dev/nullumleiten
💾 Sicherungen erstellen
Links im Programmfenster befindet sich eine Zeitleiste. Über diese kann zwischen den vorhandenen Snapshots gewechselt werden.
Um manuell eine Sicherung zu starten, klickt man oben auf:
💾 Sicherung erstellen
Automatische Sicherungen werden entsprechend dem konfigurierten Zeitplan ausgeführt. Nach dem Erstellen eines automatischen Snapshots kann eine Benachrichtigung angezeigt werden. Diese Funktion nutze ich nicht, da ich meine Backup-Geräte aus Sicherheitsgründen physisch vom PC trenne.
♻️ Dateien wiederherstellen
Um eine Datei oder ein Verzeichnis wiederherzustellen:
- Den gewünschten Snapshot in der Zeitleiste auswählen.
- Die betreffende Datei oder das Verzeichnis markieren.
- Auf Wiederherstellen oder Wiederherstellen nach … klicken.
Wird eine Datei am ursprünglichen Speicherort wiederhergestellt und existiert dort bereits eine Datei mit demselben Namen, legt Back In Time in der Regel eine Sicherungskopie der vorhandenen Datei an. Diese erhält einen Namen nach folgendem Schema:
Originaldateiname.backup.datum
Diese Einstellung lässt sich in den Einstellungen unter Optionen bei Backup-Dateien bei der Wiederherstellung sichern anpassen.
📎 Anhang
In der Regel reicht es unter Linux aus, das eigene Home-Verzeichnis /home/DeinName zu sichern. Dort befinden sich persönliche Dokumente, Einstellungen und viele Konfigurationsdateien.
💾 Backup-Ordner für mehrere Benutzer
Wenn du den gesamten Speicherplatz einer ext4-Backup-Partition nutzen möchtest, findest du weitere Informationen unter: Reservierten Speicherplatz freigeben (ext4)
Auf der externen Festplatte sollte für jeden Benutzer ein eigener Backup-Ordner mit den passenden Zugriffsrechten angelegt werden.
Die Festplatte kann beispielsweise mit ext3, ext4 (empfohlen) oder Btrfs formatiert werden. Als Partitionsname eignet sich zum Beispiel USB-BACKUP.
Wenn die Festplatte unter /run/media/paul/USB-BACKUP eingebunden ist, können die Backup-Ordner für die Benutzer paul und marianne wie folgt erstellt werden:
-
Backup-Ordner für beide Benutzer anlegen:
sudo mkdir -p /run/media/paul/USB-BACKUP/backintime/{paul,marianne} -
Den Ordner
pauldem Benutzerpaulzuweisen:sudo chown paul:paul /run/media/paul/USB-BACKUP/backintime/paul -
Den Ordner
mariannedem Benutzermariannezuweisen:sudo chown marianne:marianne /run/media/paul/USB-BACKUP/backintime/marianne
⚠️ Wichtig
Alle Dateien und Verzeichnisse im Home-Verzeichnis
/home/DeinName/sollten dem jeweiligen Benutzer gehören.
Weitere Informationen findest du unter Tweaks für Manjaro im Abschnitt „Setzen und Korrigieren von Zugriffsrechten im Home-Verzeichnis“.
🔍 Eigentümer der Dateien prüfen
Mit folgendem Befehl lassen sich in der Konsole unterhalb des eigenen Home-Verzeichnisses (/home/$USER) alle Dateien und Verzeichnisse anzeigen, die nicht dem aktuell angemeldeten Benutzer gehören. Der Befehl verändert keine Dateien und ist daher ungefährlich:
find ~ ! -user "$USER" -ls
Falls erforderlich, können die Eigentümer aller Dateien und Verzeichnisse im eigenen Home-Verzeichnis korrigiert werden:
sudo chown -R "$USER:$USER" "/home/$USER/"
⚠️ Vorsicht
Dieser Befehl ändert den Eigentümer aller Dateien und Verzeichnisse im Home-Verzeichnis. Für Standardbenutzer ist das in der Regel unproblematisch. Power-User und Administratoren sollten jedoch wissen, ob sie Änderungen an ihrem /home-Verzeichnis vorgenommen haben.
Spezielle Verzeichnisse – beispielsweise
public_html– können anderen Benutzern oder Gruppen gehören. Deshalb sollte der Befehl nur nach vorheriger Prüfung und gegebenenfalls nur auf ausgewählte Dateien oder Verzeichnisse angewendet werden.
